DIONYSOS – Neuer Werkzyklus von Markus Lüpertz

Veröffentlicht am 05. Mai 2021, aktualisiert am 05. Mai 2021 unter Aktuelles, Markus Lüpertz

Markus Lüpertz Werkzyklus Dionysos – In den vergangenen Monaten hat sich Markus Lüpertz intensiv mit der Figur des Dionysos auseinandergesetzt und einen neuen Werkzyklus erschaffen. -Bozzetti, Großplastiken und Zeichnungen sowie teilweise handübermalte Radierungen und Holzschnitte sind entstanden.

Ein Text von Irene Dänzer-Vanotti

Markus Lüpertz, Foto von Michael Dannenmann

Für den Gott des Weines und der Ekstase, der Menschen in die Fähigkeit zur Freude und Entgrenzung führt, findet Markus Lüpertz wieder einen neuen Ausdruck. Heiter, beseelt und wissend zeigt sich dieser Dionysos. Er findet in Lüpertz’ Werk seinesgleichen: Immer wieder umkreist der Künstler die griechischen und römischen Götter und Helden, findet Bildnisse von Herkules, Poseidon oder eben Dionysos. „Die Antike ist die Mutter unserer Kultur. Sie prägt unser Maß, unser Harmonieverständnis“, sagt er. Unsere Vorstellung von Schönheit habe sich im Betrachten griechischer Skulpturen gebildet, unser Wissen um Verletzlichkeit im Angesicht der Torsi, der Statuen, die nur in Teilen erhalten sind und den Betrachter dazu zwingen, sich dem unvollständigen, dem verwundeten Körper zu stellen. Der Dichter Rainer Maria Rilke war vom Torso einer Apollo-Statue so beeindruckt, dass er sich unmittelbar von ihm angesprochen und sogar zu einer Umkehr aufgefordert fühlte: „Du musst dein -Leben ändern!“

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Rilke schrieb dies 1908, in einer Zeit, als die Hymne des Philosophen Friedrich Nietzsche auf das Dionysische und Apollinische in der europäischen Geistesgeschichte nachklang. Dionysisch ist für Nietzsche das entgrenzende, das leidenschaftliche, das feurige Prinzip, apollinisch dagegen das ordnende Element, das Gestalt und Form gibt. Aus dem Zusammenspiel von beiden entsteht Kunst, wird die Tragödie geboren, werden Musik und Theater geschaffen.

Markus Lüpertz Werkzyklus Dionysos

Markus Lüpertz Kopf des Dionysos Holzschnitt orange auf lila 2021
Markus Lüpertz Kopf des Dionysos Holzschnitt orange auf lila 2021, eine von 20 unikalen Farbvarianten

Es ist verführerisch, angesichts der Bilder, Bozzetti und der Skulptur des neuen Dionysos von Lüpertz bei Friedrich Nietzsche nachzuschlagen, der in rauschhaft-poetischem Stil in „Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik“ die beiden Seinsweisen „Dionysisches“ und „Apollinisches“ einander gegenüberstellt. Das Apollinische nennt er „den Schönheitstrieb“, der entsteht, wenn Leid überwunden wird. „Die ganze Welt der Qual“ sei nötig, „damit durch sie der Einzelne zur Erzeugung der erlösenden Vision gedrängt werde“. Erst dann könne er, zumal als Künstler, „ruhig auf seinem schwankenden Kahne, inmitten des Meeres“ sitzen, Ruhe finden, nachdem er sich dem Unglück und den Abgründen gestellt habe.

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