Vergessene Bilder von Günter Grass

Jörg-Philipp Thomsa (Leiter des Günter Grass-Hauses, Lübeck), Prof. Markus Lüpertz und Till Breckner (v. l. n. r.)  © Foto: Kaspar Achenbach

Jörg-Philipp Thomsa (Leiter des Günter Grass-Hauses, Lübeck), Prof. Markus Lüpertz und Till Breckner (v. l. n. r.) © Foto: Kaspar Achenbach

Düsseldorf: Als Günter Grass – Student an der Kunstakademie Düsseldorf – die Stadt 1953 mit seinem Hebammenkoffer voll Werkzeug recht hastig verließ, blieb nicht nur sein “Waschbrett” am Bahnhof zurück. Außer dem Instrument vergaß er auch eine Sammlung mit über 150 Zeichnungen und Aquarellen, die er unter der Treppe seiner Wohnung in der Stockumer Kirchstraße aufbewahrt hatte. Erst 2013 wurde der Fund von dem Nachmieter Eckehard Pellecioni entdeckt und seinem Schöpfer wieder zugeführt. “Das soll von mir sein!?” entfuhr es dem Schriftsteller beim Sichten des fleckigen, muffig riechenden und teilweise von Mäusen angefressenen Altpapiers. Aber der Schatz weckte auch viele Erinnerungen an seine Düsseldorfer Zeit, die er in dem Roman “Hundejahre” und später in der “Blechtrommel” beleuchtet hatte.

Dr. Lothar Schröder (Leiter der Kulturredaktion, Rheinische Post) © Foto: Kaspar Achenbach

Dr. Lothar Schröder (Leiter der Kulturredaktion, Rheinische Post) © Foto: Kaspar Achenbach

Jetzt widmet sich die Ausstellung “Don´t fence me in” dem lange verschollenen Frühwerk von Günter Grass. Die gestrige Vernissage in der Galerie Breckner war eine Veranstaltung des Kultursalons, den die Rheinische Post mit dem Rheinischen Sparkassen- und Giroverband organisiert. RP-Kulturchef Lothar Schröder begrüßte die Gäste und berichtete von einem Rekord bei den Anmeldungen: 500 wollten dabei sein, nur die Hälfte kam unter. Die Ausstellung ist eine Übernahme aus dem Günter Grass-Haus in Lübeck. Bis zum 25. März sind die Werke aus dem Besitz der Günter und Ute Grass Stiftung zu sehen.

Prof. Markus Lüpertz © Foto: Kaspar Achenbach

Prof. Markus Lüpertz © Foto: Kaspar Achenbach

Es war eine Sternstunde am Nachmittag. Markus Lüpertz berichtete anschaulich von seiner gemeinsamen Zeit mit Grass an der Akademie. “Für mich war er ein Bohémian, der den lebenslangen Beweis geführt hat, dass Kunst ihm über die Schriftstellerei hinaus wichtig war.” Grass habe mit Leidenschaft und Intensität Skulpturen gefertigt, stets begierig auf Lüpertz´ Meinung. Der wiederum schrieb Gedichte und war gespannt auf das Urteil des Schriftstellers, der damals noch fest daran glaubte, Bildhauer zu werden: “Die Sehnsucht danach hat er nie verloren.” Man könne stolz auf diesen Künstler sein, der seine Wurzeln in Düsseldorf hat, sagte Lüpertz. Schauspieler Thomas Krause las zwei Grass-Gedichte und Auszüge mit Düsseldorf-Bezug aus der viel beachteten Autobiografie “Beim Häuten der Zwiebel.”

Schöne Anekdote: Im Altstadtlokal “Zwiebelkeller”, dem heutigen “Czikos”, wo Günter Grass mit seinen Spezis Jam Sessions abhielt, soll eines Tages Louis Armstrong aufgetaucht sein, ließ sofort seine Trompete aus dem Hotel holen und musizierte minutenlang mit. Dieser Auftritt sei ihm stets im Ohr und vor Augen geblieben, bekannte Grass, gewichtiger als alle späteren Verleihungen, einschließlich des Literaturnobelpreises. (Quelle: RP)

Lesen Sie auch hier diesen interessanten Artikel über Günter Grass in der Rheinischen Post, von Regina Goldlücke.

 

 

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