Paul Van Hoeydonck. Man in Space. Über das Kunstwerk

Veröffentlicht am 09. Januar 2019, aktualisiert am 25. Juli 2019 unter Aktuell, Künstler, Kunstwerke, Paul Van Hoeydonck

Die Geschichte dieses ungewöhnlichen Kunstwerks beginnt in New York. Dort vermittelt die Galeristin Louise Tolliver Deutschman Paul Van Hoeydonck 1969 die einmalige Chance, eine seiner Arbeiten auf den Mond bringen zu lassen. Nur zwei Jahre später wird aus dem Traum Realität. Seitdem ist Paul Van Hoeydonck der einzige Künstler weltweit, der mit einem Kunstwerk auf dem Mond vertreten ist.

Paul Van Hoeydonck, Man in Space, 1971/2018 © Jack Kulcke

Um problemlos ins All befördert zu werden, muss Paul Van Hoeydoncks Arbeit verschiedene Vorgaben der NASA erfüllen. Sie soll klein sein und leicht, ohne scharfe Kanten und aus einem nicht magnetischen Material gefertigt werden, das sowohl hitzebeständig als auch kälteresistent ist.[1] Stellvertretend für die gesamte Menschheit soll die Gestalt der Figur außerdem möglichst neutral sein.[2] Aus all diesen Richtlinien entwickelt der Künstler einen Prototyp mit einer in blauem Plastik eingelassenen, achteinhalb Zentimeter hohen Aluminiumskulptur.

Am 26. Juli 1971 macht sich das Team der Apollo-15-Mission mit David Scott, Alfred Worden und James Irwin auf den Weg in den Mondorbit. Mit dabei ist Paul Van Hoeydoncks Man in Space, dessen Mitflug von Richard Nixon, dem damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten, persönlich genehmigt wurde. Während Alfred Worden die Kommandokapsel Endeavour in der Mondumlaufbahn hält, landen Dave Scott und James Irwin am 30. Juli mit der Mondlandefähre Falcon auf dem Mond. Sie legen die kleine Aluminiumskulptur bei ihrem letzten Weltraumspaziergang am 2. August in einem kleinen Krater unweit ihres Landeplatzes bei den Hadley-Apenninen ab. In Gedenken an die bis dahin bei Raumfahrten ums Leben gekommenen Weltraumreisenden, fügt die Apollo-15-Besatzung der Statuette eine kleine Metalltafel bei. Sie listet die Namen von acht US-amerikanischen Astronauten und sechs sowjetischen Kosmonauten und deutet das Kunstwerk zu einem stillen Denkmal um.

Nach der Mondlandung der Apollo 11 mit Neil Armstrong im Jahr 1969, war dies die vierte erfolgreiche bemannte Apollo-Mission zum Mond. Erstmals kam hier e in Mondauto, das Lunar Roving Vehicle (LVR), zum Einsatz.

Paul Van Hoeydonck, Man in Space, 1971/2018 © Jack Kulcke

 

 

 

 

 

Man in Space, 1971/2018

Aluminium in blauem Acrylglas
Format: 15 x 6 x 6 cm
Auflage: 1971 Exemplare

590 EUR

Die Signatur und Nummerierung ist eingraviert in die Skulptur

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