Presse: RP Online über Lesung mit Elizabeth Goldring Piene

In der RP Online erschien am 16.6.2015 folgender Artikel von Thomas Hag:

Pienes Witwe ist eine Lyrikerin

Düsseldorf. Elizabeth Goldring Piene, die Ehefrau des Künstlers Otto Piene, las in der Galerie Breckner.
Von Thomas Hag, erschienen in RP Online
Otto Piene-Elizabeth Piene. Light Silo 1

Otto Piene-Elizabeth Piene. Light Silo 1

Gespannte Erwartung liegt über den bis zum letzten Platz gefüllten Stuhlreihen der Galerie. Es gilt ja auch, etwas Besonderes zu erleben. Denn Elizabeth Goldring Piene wird gleich lesen, die Witwe des 2014 verstorbenen Künstlers Otto Piene, der Licht-Maler und Mitbegründer der Gruppe Zero. Sichtlich bewegt stellt Galerist Till Breckner die 1945 in Forest City, Iowa, geborene Künstlerin und Lyrikerin vor, berichtet von Besuchen auf der Farm der Pienes in Groton bei Boston, schlichte Wohnhäuser, eingerahmt von zwei mächtigen Silos. “A profane church”, nennt Elizabeth Goldring diese Architektur.

Otto Piene-Elizabeth Piene. Light Silo 2

Otto Piene-Elizabeth Piene. Light Silo 2

Mit dem zweisprachigen Lyrikband “The Light Silo/Das Licht-Silo” mit Illustrationen von Otto Piene hat sie nun einen Band veröffentlicht, der sie als sensible, ausdrucksstarke Lyrikerin zeigt. Zunächst fällt ihre Stimme auf, der ruhige amerikanische Akzent scheint die wogenden Felder und die sanfte Hügellandschaft wiederzugeben, und es fällt einem der Anfang von Patti Smiths “Birdland” ein: “His father died and left him a little farm in New England”. Goldring Piene erfasst den ganzen Kosmos des Farmlebens, umgeben von Otto Pienes Kunstwerken wird der Zuhörer Teil dieser Welt. In “Ein Top Five Blizzard” heißt es: “heulender Wind/wie über der Prärie /weht durch die Bretter unseres Hauses…ich werde eine Schneefrau/nichts kann mir etwas anhaben.” Hans Jürgen Hafner hat fast alle Gedichte ins Deutsche übersetzt, Olaf Reifegerste liest sie vor. Immer wieder flicht die Dichterin Erinnerungen an ihren Mann ein, spricht aber auch von ihrer schweren Krankheit, die sie oft für Wochen erblinden lässt. So wie in “Spinnweben”: “Eine Spinne ohne Netz ist blind/Ohne Fäden wird keine Spannung aufgefangen/wenn die Fliege vorbeitaumelt.” In “Das letzte Mal” fallen Abschied und Gebrechen zusammen: “Fiktion wird immer das platte “See you later” sagen/SEE, wenn ich fast blind bin/LATER, immer eine Lüge/YOU, der sich entfernt/ins letzte Mal.”

Otto Piene-Elizabeth Piene. Light Silo 3

Otto Piene-Elizabeth Piene. Light Silo 3

Doch auch wenn am Ende der Schmerz steht: “Das Licht-Silo” ist ein Band, der das Leben feiert, der eine starke Frau zeigt, weit mehr als eine Muse. Herzlicher Applaus für Elizabeth Goldring Piene, auch von den anwesenden Freunden, Verwandten und früheren Mitarbeitern. Aber ob Till Breckner das Rezept des von ihm in seiner Begrüßungrede erwähnten “unbeschreiblich leckeren” Grünkohlsalats, den er in Groton verspeiste, bekommen hat, wissen wir nicht.

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