Ausstellung: Don’t fence me in. Günter Grass – Frühe Bilder

Grass in Italien 1951 © Akademie der Künste

Grass in Italien 1951 © Akademie der Künste

Das Lied „Don’t fence me in“ aus der Musical-Filmkomödie „Hollywood Canteen“ von 1944, im Film gesungen von dem als „Singing Cowboy“ bekannt gewordenen Schauspieler und Countrysänger Roy Rogers, sprach wohl vielen im Deutschland der Nachkriegszeit aus dem Herzen: „Don’t fence me in“, „Zäune mich nicht ein“. Denn die Ergebnisse des von Deutschland angezettelten Zweiten Weltkrieges waren unübersehbar; und was die Zukunft bringen wollte, war längst noch nicht absehbar. Allenthalben spürbar war die Lust auf Freiheit, die Lust darauf, das Leben (wieder) in die eigenen Hände nehmen zu können, ohne die Bevormundung eines totalitären Regimes.

Günter Grass, Jahrgang 1927, beginnt 1948 ein Studium der Bildhauerei und Grafik an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorfer bei Josef Mages, später wechselt er zu Otto Pankok. Grass probiert sich in verschiedenen Stilen der Klassischen Moderne, die erst jetzt wieder in den Museen gezeigt wird; er schreibt Gedichte und reist per Autostopp nach Italien und Frankreich. Während seines Studiums stellt er die Weichen für seine spätere Arbeitsweise, bei der „Worte und Zeichen aus einer Tinte“ fließen.

Bislang war ein tieferer Einblick in diese entscheidende Lebensphase des Künstlers nicht möglich. Die meisten damals von Grass geschaffenen Arbeiten galten als verschollen. Erst 2013 wurde bekannt, dass sich eine Sammlung von über 150 Werken unter der Außentreppe seiner Düsseldorfer Atelierwohnung erhalten hat. Die Ausstellung Don’t fence me in. Günter Grass – Frühe Bilder – eine Übernahme aus dem Günter Grass-Haus in Lübeck – präsentiert diese wichtige Sammlung von Zeichnungen, Aquarellen und Plastiken aus dem Besitz der Günter und Ute Grass Stiftung erstmals in Düsseldorf.

Günter Grass (links oben im Bild) bei einer Aschermittwochfeier in Düsseldorf 1949 © Wilhelm Schönenberg

Günter Grass (links oben im Bild) bei einer Aschermittwochfeier in Düsseldorf 1949 © Wilhelm Schönenberg

Darüber hinaus wurden unveröffentlichte Gedichte sowie Auszüge aus den Manuskripten der „Blechtrommel“ (Literaturarchiv der Akademie der Künste, Berlin), „Beim Häuten der Zwiebel“ und „Vonne Endlichkait“ (Günter und Ute Grass Stiftung) in die Präsentation aufgenommen, die rückblickend auf die Lehrjahre von Günter Grass als bildender Künstler Bezug nehmen. Zusammen mit weiteren Dokumenten aus dem Medienarchiv Günter Grass Stiftung Bremen, dem Stadtarchiv Düsseldorf und dem Archiv der Kunstakademie Düsseldorf beleuchten sie Grass’ frühes Schaffen und zugleich das Lebensgefühl einer ganzen Generation zwischen Kriegsschuld und Überlebensfreude. (Quelle: Günter Grass-Haus, Forum für Literatur und bildende Kunst Lübeck)

Ausstellung: Don’t fence me in. Günter Grass – Frühe Bilder

5. März bis 25. März 2017

Galerie Breckner

Altestadt 6

40213 Düsseldorf

Öffnungszeiten: Mo–Fr 10–13 Uhr und 14–18 Uhr, Sa 10–15 Uhr

Vernissage am 5. März 2017 um 15 Uhr (Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass die Veranstaltung bereits ausgebucht ist. Aber wir freuen uns darauf, Sie an einem anderen Tag in der Ausstellung begrüßen zu dürfen)

Galerie.

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