Christo im Kino – FAZ berichtet über Deutschlandpremiere von “Walking on Water”

Veröffentlicht am 28. März 2019, aktualisiert am 05. Juli 2019 unter Christo & Jeanne-Claude, Presse

Christo-Installation
„Walking on Water“ kommt ins Kino

Mehr als eine Million Menschen haben Christos „Floating Piers“ in Italien besucht. Mit dem Dokumentarfilm „Walking on Water“ kehrt die Kunstinstallation zurück.

Artikel in der FAZ online, 27.03.2019

Christo & Jeanne-Claude, The Floating Piers, Lago d’Iseo, Original-Fotografie von Wolfgang Volz, 2016 © 2016 Christo, Wolfgang Volz

Bei der Deutschlandpremiere des Films „Christo – Walking on Water“ hat Christo von seinem dreißig Jahre lang erarbeiteten Projekt der „Floating Piers“ erzählt. Dass manche seiner gigantischen Installationen über lange Zeiträume weiterentwickelt würden, sei die „Geschichte meines Lebens“, sagte der 83 Jahre alte Künstler in Berlin.

Christo bei der Filmpremiere in Berlin © dpa

Der Film verfolgt die Entstehung der „Floating Piers“. 2015 verband Christo dafür zwei Inseln im italienischen Lago d’Iseo und das Festland mithilfe von schwimmenden, stoffüberzogenen Pontons. Die Idee für die Aktion entstand schon in den Siebzigerjahren gemeinsam mit seiner Frau Jeanne-Claude. Eigentlich hatte das Ehepaar geplant, die Stoffbrücke im Rio de la Plata zwischen Uruguay und Argentinien anzulegen. Immer wieder wurden mögliche Orte verworfen, oft beschwerten sich Umweltschützer, erst am Lago d’Iseo wurde man sich über den drei Kilometer langen Weg einig.

Die Dokumentation des bulgarische Regisseurs Andrey Paounov blickt auf die Arbeit des Projektes und zeigt den Entstehungsprozess des riesigen Werks, das nur 16 Tage währte und den Künstler 15 Millionen Euro kostete. Der große Besucherandrang sorgte für logistische Probleme, weil das Material nicht standzuhalten drohte, immer wieder mussten die Stege wegen des Ansturms gesperrt werden.

Christo, der selbst aus Bulgarien stammt, ist bekannt für seine spektakulären Kunstprojekte, die er mit seiner 2009 gestorbenen Frau umsetzte. Dazu zählen „The Gates“ im New Yorker Central Park – eine Reihe von orangenen Touren aus dem Jahr 2005 – und verschiedene Verhüllungsaktionen, zum Beispiel die der Pariser Brücke Pont Neuf im Jahr 1985 und des Berliner Reichstagsgebäudes zehn Jahre später („Wrapped Reichstag“). „All unsere Kunstwerke sind völlig nutzlos. Sie existieren nur, weil ich und Jeanne Claude sie sehen und realisieren wollten“, sagt Christo im Film.

Zur Premiere am Dienstag kam Rita Süssmuth, die als damalige Bundestagspräsidentin das Reichstagsprojekt gegen den Widerstand des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl möglich gemacht hatte. Am 11. April kommt „Floating Piers“ ins Kino.

 

Lesen Sie hier den Artikel auf der Seite der FAZ.
© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2001–2019. Alle Rechte vorbehalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Norbert Tadeusz, Gelbes Atelier, 1985

F.A.Z. über Norbert Tadeusz im Kunstpalast

Norbert Tadeusz in Düsseldorf Gibt es heilige Pornographie Der Düsseldorfer Kunstpalast schaut in den...

Cornelia Schleime, Blütenspucker, 2019

70 Jahre F.A.Z: Cornelia Schleime – Blütenspucker

Zum 70. Jubiläum der Frankfurter Allgemeine Zeitung hat Cornelia Schleime eine außergewöhnliche Kunst-Edition...

ZEITmagazin im Gespräch mit Christo

Christo begeistert Publikum in München

Zur Premiere seiner neuesten Edition »Wrapped Globe (Eurasian Hemisphere)« reiste Christo am vergangenen Montag...

Christoph Amend vom ZEITmagazin im Gespräch mit Christo

ZEITmagazin im Gespräch mit Christo

"Ich träume nie" Zur Premiere seiner neuesten Edition Wrapped Globe (Eurasian Hemisphere) war Christo am Montag zu Gast...