Jeff Koons München – Der amerikanische Künstler eröffnete die diesjährigen Münchner Opernfestspiele, die noch bis zum 31. Juli 2026 Opernenthusiasten und Liebhaber der klassischen Musik aus aller Welt in die bayerische Hauptstadt anziehen werden,
Koons, der in seinen Kunstwerken Alltagsgegenstände verfremdet und verwandelt und damit in der Tradition der Pop Art und Andy Warhol steht, hat in den vergangenen Jahrzehnten eine einzigartige überwältigende Ikonographie erschaffen. Dabei sind insbesondere die Technik und das Material der alltäglichen Gegenstände und Motive, in der u.a. hochglänzendes Edelstahl in monumentale Maßstäbe der Skulpturen in Perfektion übertragen werden, der Schlüssel zu einer Verschmelzung von Massen- und Hochkultur. Jeff Koons hat eine persönliche Verbindung zu München, wo er Mitte der 1980er bis Anfang der 1990er Jahre Zeit verbracht hat, um hier zu arbeiten und die Kunstwerkstätten der Stadt zu nutzen. Münchens Energie und kulturelle Vielfalt haben den Künstler zum Beispiel zu seiner „Banality-Serie“ inspiriert, für deren Umsetzung er in einen intensiven Dialog mit deutschen Traditionen eintauchte. Koons begegnet der Welt mit einem grundsätzlichen Optimismus, der von Offenheit und Freiheit getragen wird. Die künstlerischen Möglichen, alltägliche Erfahrungen in spirituelle und sinnliche Momente zu transzendieren, sind für Koons grenzenlos in Gegenständen der Konsumkultur zu finden.
Nun wurde der Besuch von Jeff Koons in München von dem Künstler und Fotografen Kevin Clarke begleitet. Die beiden Künstler arbeiten bereits seit Anfang der 1970er Jahre zusammen. Clarke, Absolvent der Cooper Union in New York 1976, wurde Anfang der 1980er mit dem Projekt „The Red Couch“, bei dem er zahlreiche berühmte und auch unbekannte Menschen an den unterschiedlichsten Orten in Amerika porträtierte, weltweit bekannt. Nach einigen Jahren in Deutschland war Clarke nach Manhattan zurückgekehrt und inszeniert die rote Couch in einem persönlichen bzw. kuratierten Setting. Ohne dokumentarischen Anspruch erreicht die Serie eine theatralische fast surreale Wirkung.
So zum Beispiel das Portrait von Larry Weeks vor dem Hintergrund des Columbia II Space Shuttle in Cape Canaveral, Willem De Kooning in seinem Atelier oder das Portrait des James T. Brunson in schwindelerregender Höhe eines Wolkenkratzers, an dessen Fassade die rote Couch an Seilen hängt.
In der Edition für das Handelsblatt fotografiert Kevin Clarke seinen Freund Jeff Koons auf der roten Couch, die auf den Stufen bayerischen Staatsoper in München platziert wurde. Koons hat selbst in den öffentlichen Raum eingegriffen, in dem er die Säulen vor dem Eingang der Staatsoper mit bedruckter Leinwand vollständig umhüllt hat. Die Motive der einzelnen Leinwände vermitteln die Illusion des Verfalls und der Zerstörung des Gebäudes und weisen auf die historischen Ereignisse während der Zweiten Weltkrieges hin. Es ist die neueste Fortsetzung der Serie „The Red Couch“ und drückt die Verbundenheit der Künstler zu Deutschland und insbesondere zu München aus. Die Zusammenarbeit von Koons und Clarke als Intervention und Inszenierung an einem geschichtsträchtigen Ort im Herzen von München ist eng verflochten mit der zeitlichen Dimension des Porträts im Hier und Jetzt.

Jeff Koons Portrait with Kiepenkerl on Original 1979 Red Couch Entstanden vor dem Bayrischen Nationaltheater, Max-Joseph-Platz München, anlässlich der Fassadeninstallation von Jeff Koons zur Eröffnung der Bayrischen Opernfestspiele. Ein Kunstwerk von Kevin Clarke im Rahmen seines Projektes „Red Couch Redux. 1979 / 2026“ Entstehungsjahr 2026 Papierformat 60 x 61 cm Bildformat 52 x 52 cm Auflage 60 arabisch nummeriert, 6 ap, 2 hc Subskriptionspreis 1.200 EUR Später 1.500 EUR Hier geht es direkt zum Kunstwerk
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