Robert Wilson - Künstler https://www.galerie-breckner.de/kategorie/robert-wilson/ Markus Lüpertz, Arnulf Rainer, Christo und Jeanne-Claude, Tony Cragg Wed, 26 Jan 2022 18:19:38 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.0.17 https://www.galerie-breckner.de/wp-content/uploads/2020/05/cropped-till_breckner_logo_hoch_rgb_orange-32x32.jpg Robert Wilson - Künstler https://www.galerie-breckner.de/kategorie/robert-wilson/ 32 32 Ausstellung: Robert Wilson in Glass https://www.galerie-breckner.de/ausstellung-robert-wilson-glass/ Wed, 06 Sep 2017 09:14:06 +0000 http://www.galerie-breckner.de/?p=7591 Von der theatralischen Bühne bis hin zu Videoprojekten, in jedem Aspekt von Robert Wilsons Oeuvre, können wir eine traumhafte Umgebung von großartiger visueller und emotionaler Wirkung sehen, die sich aus einem ganz bestimmten Feld ergibt: Geometrie.

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Von der theatralischen Bühne bis hin zu Videoprojekten, in jedem Aspekt von Robert Wilsons Oeuvre, können wir eine traumhafte Umgebung von großartiger visueller und emotionaler Wirkung sehen, die sich aus einem ganz bestimmten Feld ergibt: Geometrie.

Robert Wilson, FOTO: Julian Mommert

Robert Wilson, FOTO: Julian Mommert

Seine Glasstücke, hergestellt bei C.I.R.V.A. in Marseille, sind das Ergebnis einer subtilen Verbindung von Kontrasten. Wilson erklärt: „I like ceramics but I much prefer glass because of its heaviness and lightness„. Der Morgennebel und die Kondensation, die in den Satinoberflächen eingefangen wird, die Reflexion des Wassers, hervorgehoben durch Metallblitze, wird in den schönen Räume des Palazzo Franchetti zu sehen sein. Dieser atemberaubende Palast auf dem Canal Grande ist die offizielle Heimat von der Fondazione Berengo, einer Institution, die sich bemüht hat, die Beziehung zwischen zeitgenössischer Kunst und Glas auf eine internationale Ebene zu heben.

Ausstellung:
Robert Wilson in Glass
10. – 17. September 2017

Palazzo Franchetti
San Marco, 2847- 30124 Venedig
www.fondazioneberengo.org

 

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Robert Wilson Schauspielhaus: Glücksgefühle https://www.galerie-breckner.de/robert-wilson-schauspielhaus-gluecksgefuehle/ Tue, 23 May 2017 09:01:13 +0000 http://www.galerie-breckner.de/?p=7179 Düsseldorf. Was für ein schöner Abend für Wilfried Schulz: "Wir sind im Schauspielhaus angekommen, und wir bleiben auch eine ganze Weile drin!" Die Premiere von Robert Wilsons Inszenierung "Der Sandmann" ist vorbei, die Gäste plaudern angeregt im Foyer und draußen vor der Tür zum Hofgarten. Sie schwärmen von dem glänzenden Ensemble und den magischen Bildern, die der Theaterzauberer Wilson entfacht hat.

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Düsseldorf. Was für ein schöner Abend für Wilfried Schulz: „Wir sind im Schauspielhaus angekommen, und wir bleiben auch eine ganze Weile drin!“

Die Premiere von Robert Wilsons Inszenierung „Der Sandmann“ ist vorbei, die Gäste plaudern angeregt im Foyer und draußen vor der Tür zum Hofgarten. Sie schwärmen von dem glänzenden Ensemble und den magischen Bildern, die der Theaterzauberer Wilson entfacht hat. Der Intendant macht seinem Herzen Luft: „Dieses großartige Stück bleibt im Repertoire, so lange Sie mögen. In diese besondere Arbeit sind alle Kräfte des Hauses eingebunden. Ohne den heldenhaften Einsatz der Technik, ohne die wunderbaren Leute aus Maske, Ton und Licht wäre sie nicht möglich.“

Dann stellt er die zehn fabelhaften Schauspieler und Sänger um Rotschopf Christian Friedel und die grandiose Rosa Enskat vor. Sie machten Wilsons Visionen zu dem Literaturklassiker lebendig und schmeichelten sich mit den Songs von Anna Calvi in die Ohren. Die britische Musikerin, klein und zierlich, verbeugt sich auf der Bühne unter rauschendem Beifall und singt bei der Zugabe mit.

Lange vor Beginn der Vorstellung hatte sich das ausverkaufte Schauspielhaus gefüllt, das ja eigentlich wegen der benachbarten Großbaustelle gesperrt ist, für diese Inszenierung aber ausnahmsweise wieder zum Leben erwachte. Als ob die Besucher jede Minute auskosten wollten – endlich wieder daheim. „Es ist so schön, ich mag das Haus unglaublich gern“, sagte Minna Wündrich. Ihre Stimmung sei „eine Mischung aus Vorfreude und blutendem Herzen. Man stellt sich vor, wie es wäre, hier zu spielen.“ Auch ihre Ensemble-Kollegen Claudia Hübbecker und Moritz Führmann hatten Sternchen in den Augen. Bernd Plöger, Düsseldorfer auf Heimaturlaub und Leiter des Jungen Theaters Hof, schaute sich staunend um: „Wie früher! Alles ist sofort wieder da.“ Michael Strahl, Vorsitzender des Freundeskreises: „Einmal drin, gehen wir nicht mehr raus.“ Ex-Intendant Günther Beelitz umarmte seinen Nachfolger und überlegt: „Wir sind ja durch die Hintertür gekommen. Vielleicht wird sie zur Vordertür, man müsste nur die Anfahrt verändern.“

Intendant Wilfried Schulz (links) und Regisseur Robert Wilson feiern nach der Premiere von "Der Sandmann" im Foyer. Es ist die erste Premiere für den Intendanten in dem Haus am Gründgens-Platz, das eigentlich wegen Bauarbeiten gesperrt ist. FOTO: Sebastian Hoppe

Intendant Wilfried Schulz (links) und Regisseur Robert Wilson feiern nach der Premiere von „Der Sandmann“ im Foyer. Es ist die erste Premiere für den Intendanten in dem Haus am Gründgens-Platz, das eigentlich wegen Bauarbeiten gesperrt ist. FOTO: Sebastian Hoppe

Es gibt viel Lob für Wilfried Schulz. Ausstellungsmacher Markus Ambach: „Wie geschickt er während der Bauzeit verschiedene Spielorte integriert.“ Regisseur Sönke Wortmann: „Ich bin begeistert von der Spielzeit, schaue mir alles an. Wilsons Umgang mit Licht ist eine Kunst.“ Bei der Künstlerin Katharina Sieverding verbinden sich zwei Aspekte: „Hiermit unterstütze ich die Beschleunigung der erneuten Eröffnung“, sagt sie. „Außerdem kenne ich Robert Wilson sehr gut.“ Wie übrigens auch Lutz Förster, künstlerischer Leiter am Wuppertaler Tanztheater Pina Bausch. „Zwei Mal durfte ich mit ihm arbeiten. Mit seiner Fantasie beflügelt er meine Fantasie.“ Sehr spät am Abend greift dann auch Robert Wilson selbst zum Mikrofon, wartet ab, bis es im Foyer mucksmäuschenstill wird. „Ich wuchs in einer Kleinstadt in Texas auf“, fängt er an. „Ohne Theater. Wie glücklich Sie sind, ein Haus wie dieses zu haben! Wir brauchen Stätten, wo wir zusammenkommen, um für bestimmte Zeit etwas zu teilen und gemeinsam zu atmen.“ Man spürt seine Emotion. „Wir müssen einander zuhören. Noch wichtiger ist, dass wir Spaß haben. Wer nicht lachen kann, sollte kein Theater machen.“ Regina Goldlücke

Lesen Sie diese spannenden Artikel von Regina Goldlücke auch auf RP Online.

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Robert Wilson Zeichnen ist eine Art zu denken https://www.galerie-breckner.de/robert-wilson-zeichnen-ist-eine-art-zu-denken/ Mon, 24 Apr 2017 10:39:11 +0000 http://www.galerie-breckner.de/?p=6825 Düsseldorf. Die Galerie Breckner hat an zwei Düsseldorfer Orten bildnerische Werke des texanischen Meisterregisseurs Robert Wilson versammelt, die größtenteils in engem Zusammenhang zu dessen Inszenierungen stehen. Es ist ein Bild voller Magie und Kraft. Alle suchen den Ort, an dem es […]

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Robert Wilson, Gao Xingjian, 2005 / Music by Peter Cerone © Robert Wilson

Robert Wilson, Gao Xingjian, 2005 / Music by Peter Cerone © Robert Wilson

Düsseldorf. Die Galerie Breckner hat an zwei Düsseldorfer Orten bildnerische Werke des texanischen Meisterregisseurs Robert Wilson versammelt, die größtenteils in engem Zusammenhang zu dessen Inszenierungen stehen.

Es ist ein Bild voller Magie und Kraft. Alle suchen den Ort, an dem es hängt. Das schwarz-weiße Porträt ist nicht einfach nur schön und eindringlich. Die aufgedrehte Vernissagengesellschaft pilgert vom Ratinger Tor über die belebte Ratinger Straße zur Altestadt, in die Räume der Galerie Breckner. Die meisten Damen und Herren halten die großformatige Einladungskarte in der Hand, auf der das Video abgebildet ist. Jetzt stehen die Menschen endlich davor, und was geschieht?

Alles vollzieht sich fast unmerklich. Man muss verharren und sehr genau hinschauen, um zu erfassen, was für ein außergewöhnliches Porträt der als Theaterregisseur berühmt gewordene Texaner Robert Wilson in seiner Eigenschaft als bildender Künstler erstellt hat. Neun Minuten fordert er, um das fast regungslose Gesicht des Literaturnobelpreisträgers Gao Xinjian zu betrachten. Der Schriftsteller mit chinesischen Wurzeln hat die Augen geschlossen, einen entspannten Gesichtsausdruck. Sehr langsam wird mit einer unsichtbaren Feder von oben links nach unten rechts, diagonal, über sein Gesicht, ein Satz geschrieben: „La solitude est une condition necessaire de la liberté“ (Einsamkeit ist eine notwendige Bedingung für Freiheit). Nach zwei Minuten ist der Satz fertiggeschrieben, dann öffnet der Mann langsam die Augen, blinzelt, und die Schrift verschwindet wieder. Er schließt die Augen, alles wiederholt sich.

Dass diese Ausstellung zustande gekommen ist und dass man den für seine originäre Ästhetik international gefeierten Theatermacher zeitgleich als Künstler erleben kann, liegt am Engagement des Galeristen Till Breckner einerseits und an Wilsons Engagement im Schauspielhaus andererseits. Intendant Wilfried Schulz konnte ihn gewinnen, E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“ zu inszenieren – noch vor Wiedereröffnung des derzeit wegen Baustelle geschlossenen Hauses am Gustaf-Gründgens-Platz wird die Premiere im Mai dort über die Bühne gehen. Und wenn Wilson gemeinhin bekannt ist für seine feinsinnigen Lichtkompositionen, seine präzise choreographierten Bewegungsabläufe und sein klares Design, so wird die Kreativkraft durch sein bildnerisches Werk untermauert und ergänzt.

Allerdings, eines muss gesagt sein: Ohne die aufregenden Inszenierungen des Grandseigneur des Theaters zu kennen, wird man mit der Mehrzahl der Zeichnungen nicht allzu viel anfangen können. Anders als das autonome Video Still von 2005 sind die Zeichnungen etwas belanglos; kleinformatig, grau, schwarz, weiß, wenig getönt, oft in Serie nebeneinandergehängt. Die Titel verweisen auf legendäre Arbeiten Wilsons. Für die umjubelte Inszenierung von Brechts „Dreigroschenoper“, 2007 am Berliner Ensemble, hat er einige magere Skizzen angefertigt – auf einer wurden einfach nur sich verjüngende Stufen übereinandergeschichtet.

Die etwa 50 Zeichnungen, grafischen Arbeiten und Videos sind weit weniger spektakulär als das, was Wilson normalerweise auf der Bühne erschafft. Und doch sind sie für ihn bedeutungsvoller als flüchtige Skizzen. „Ich denke, während ich zeichne“, sagt er und dass er, während er an einem Stück arbeite, jede Szene wieder und wieder aufs Neue zeichne, um ein Gefühl für Licht und am Ende auch für die emotionale Struktur zu bekommen.

Für Wilson ist die Abbildung nur eine Krücke, eine Formel für die Unendlichkeit des Raumes und für das Spiel der Welt. Im Porträt versteckt er ein Gedankengebäude, in einem Stillleben das tatsächliche Leben und in einer Landschaft immer auch eine geistige Landschaft.

Lesen Sie diesen spannenden Artikel vom 19.04.2017 von Annette Bosetti auch auf RP Online.

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Robert Wilson: „Ich hatte nie Angst vor Kälte“ https://www.galerie-breckner.de/robert-wilson-ich-hatte-nie-angst-vor-kalte/ Wed, 12 Apr 2017 15:54:19 +0000 http://www.galerie-breckner.de/?p=6814 Robert Wilson ist gerade aus Mailand eingeflogen, erschöpft wirkt er nicht. Er trägt schwarzen Blazer zur Jeans, eine Hornbrille mit zartblauen Gläsern und hat ein Klemmbrett mit leeren Blättern unter dem Arm. Darauf wird er später den schwer beladenen Kopf […]

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Regisseur Robert Wilson probt in Düsseldorf mit der Schauspielerin Rosa Enskat die Erzählung "Der Sandmann" von E. T. A. Hoffmann. Foto: Lucie Jansch

Regisseur Robert Wilson probt in Düsseldorf mit der Schauspielerin Rosa Enskat die Erzählung „Der Sandmann“ von E. T. A. Hoffmann. Foto: Lucie Jansch

Robert Wilson ist gerade aus Mailand eingeflogen, erschöpft wirkt er nicht. Er trägt schwarzen Blazer zur Jeans, eine Hornbrille mit zartblauen Gläsern und hat ein Klemmbrett mit leeren Blättern unter dem Arm. Darauf wird er später den schwer beladenen Kopf des deutschen Zuschauers skizzieren und sein Theater, das die Oberfläche feiert, und doch aus den Tiefen des Unterbewussten schöpft. Mit seinen surrealen Bildern voll strenger Kontraste, den überdeutlichen Gesten und entschleunigten Bewegungen hat er eine einzigartige Theatersprache erfunden. In der erzählt Wilson nun E. T. A. Hoffmanns schauerliches Märchen vom Teufel Sandmann und dem Studenten Nathanael, der sich in eine Frau verliebt, die sich als Automat entpuppt.

Träumen Sie bisweilen in den Bildern, die Sie für die Bühne schaffen?

Wilson Das kommt vor. Aber selten.

Sie haben mal gesagt, die Deutschen dächten zu viel. Was ist so schlimm am Denken?

Wilson Das Gehirn ist ein Muskel. Gehen Sie heute Abend ins deutsche Theater, sie werden das erleben: (Wilson steht auf, bewegt stimmlos den Mund, schaut ernst. Als er sich wieder setzt, lacht er ein breites texanisches Lachen.) Wenn man diesen Figuren den Kopf abschraubt, bleibt nichts übrig. Man denkt aber mit dem ganzen Körper. Wenn ich dieses Glas berühre, ist es kühl, meine Stirn ist warm. Erleben ist wahres Denken, hat Susan Sontag gesagt. Wenn ein Bär lauscht oder ein Hund einen Vogel beobachtet, tun sie das mit dem ganzen Körper. Meine Arbeiten sind nah am Tierreich.

Denken Sie in Bildern oder Worten?

Wilson In beidem, aber Worte haben die Tendenz, unser Denken zu begrenzen. Der französische Autor André Malraux hat mal gesagt, das westliche Theater sei von der Literatur gefesselt. Es gibt andere Theatertraditionen etwa in Asien, die eine Sprache der Körper, der Gesten pflegen. Die Schauspieler lernen diese Sprache, genau wie man Sprechen lernt. Man sagt meinem Theater nach, es sei langsam. Das ist aber kein Konzept, es ist meine Wahrnehmung. Zeit ist eine Frage des Empfindens. Es verändert sich ständig. Auch die Geräusche, die wir gerade hören, sind einzigartig, sie werden nie wieder genau so erklingen.

Die provozierende Langsamkeit soll uns achtsamer machen?

Wilson Theater ist eine Konstruktion in Zeit und Raum, man kann es bremsen, beschleunigen wie einen mechanischen Apparat. Darin liegt Freiheit. Gregory Louganis, Olympiasieger im Turmspringen, hat mir mal gesagt, dass er vor einem Sprung jede Bewegung im Kopf durchgeht. Wenn er aber springt, denkt er nicht mehr. Das Mechanische schenkt ihm Freiheit. So ist das auch mit meinem Theater. Ich gebe eine strenge Form vor, aber ich sage Schauspielern nie, was sie fühlen sollen. Als Künstler muss man sich Offenheit bewahren, um wirklich mit dem Publikum in Dialog treten zu können. Zu oft fühle ich mich im Theater wie in der Highschool. Es geht aber nicht darum, die Leute zu belehren. Es geht um Offenheit. Das ist auch der Unterschied zwischen Donald Trump und Barack Obama: Trump spricht zu den Leuten, Obama spricht mit ihnen.

Gerade im starken Formalismus ihrer Bilder sehen Sie also Freiheit?

Wilson Manche Leute nennen mich oberflächlich, den Bugs Bunny aus Texas (er lacht) – und es stimmt, ich interessiere mich für die Oberfläche, für Effekte. Die Deutschen denken in Ursache-Wirkungsketten, so werden sie erzogen. Ich beginne bei der Oberfläche, bei den Körpern und erkunde von da aus, was unter der Oberfläche liegt.

Kann Theater, das unter die Oberfläche geht, die Sicht auf die Welt verändern?

Wilson Mein Theater will die Welt nicht verändern. Ich bewundere Leute, die das versuchen, ich tue es nicht. Theater ist einzigartig, weil es ein Ort ist, zu dem idealerweise jeder gehen kann. Unabhängig von sozialer Herkunft, Bildung, Alter. Menschen teilen dort etwas für eine kurze Zeit. Das macht Theater besonders. Auf der Bühne ist alles anders, der Boden, das Licht, die Art wie Menschen gehen, stehen, sprechen. An einer Bushaltestelle zu sitzen, ist etwas Anderes als auf einer Bühne zu sitzen – weil es eine Bühne ist. Aber nur wenige Darsteller wissen wirklich, was das bedeutet. Ich war mal in einem Konzert in Paris mit fünf Sängern. Vier saßen auf der Bühne als warteten sie auf einen Bus. Eine aber saß schön auf der Bühne. Und dann stand sie auf und sang genauso schön. Das war Jessye Norman.

Muss man es genießen, um richtig auf der Bühne stehen zu können?

Wilson Man muss es lernen. Man lernt gehen, indem man geht. Und fällt. Die Choreografin Martha Graham hat in ihrer Autobiografie geschrieben: Ich bin Tänzerin. Ich habe es durch üben gelernt. Je mehr man übt, desto freier wird man.

Sie arbeiten in der ganzen Welt, sind ungeheuer produktiv. Wie laden Sie Ihren inneren Bildspeicher auf?

Wilson Die Welt ist eine Bibliothek. Sie müssen nur aus dem Fenster schauen, die Welt ist so reich, so voller Ideen.

Trotzdem wirken die Bilder, die Sie aus dem Leben greifen, oft kalt.

Wilson Ich hatte noch nie Angst vor Kälte. Um wirklich leidenschaftlich zu sein, muss man die Kälte kennen. Ich habe mal mit einer Wagner-Sängerin gearbeitet, deren Auftritte ich nicht mochte. Ich habe ihr gesagt: Sie müssen Eis sein, nur ihre Stimme Feuer. Wenn beides brennt, wird es flach. Das habe ich vor vielen Jahren von einer Deutschen gelernt: von Marlene Dietrich. Als ich 27 Jahre alt war, habe ich all meinen Mut zusammengenommen und sie zum Abendessen eingeladen. Ein Mann kam an unseren Tisch und hat zu ihr gesagt, sie wirke bei ihren Auftritten so kalt. Sie erwiderte: Dann haben Sie nicht auf meine Stimme geachtet. Das stimmt. Ihre Bewegungen waren eiskalt, aber ihre Stimme konnte heiß sein, sexy. Das war ihre Macht.

Kunst lebt vom Kontrast?

Wilson „Der Sandmann“ ist ein schwarzes Märchen. Wenn man eine düstere Geschichte wirklich düster erzählen will, muss man sie hell ausleuchten. Wenn man Shakespeares große Königsdramen inszeniert, muss das Publikum gelegentlich lachen dürfen. Düsternis kann Spaß machen.

Dorothee Krings führte das Interview.

Quelle: RP

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Robert Wilson Der Sandmann von E. T. A. Hoffmann am Düsseldorfer Schauspielhaus https://www.galerie-breckner.de/robert-wilson-der-sandmann-schauspielhaus-duesseldorf/ Wed, 15 Mar 2017 13:59:04 +0000 http://www.galerie-breckner.de/?p=6644 Der Sandmann — von E. T. A. Hoffmann — Voraufführungen am 20., 21., 22. und 23. April im Düsseldorfer Schauspielhaus — Premiere am 3. Mai bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen Düsseldorfer Premiere am 20. Mai — Produktion des Düsseldorfer Schauspielhauses in Koproduktion mit Unlimited […]

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Der Sandmann — von E. T. A. Hoffmann — Voraufführungen am 20., 21., 22. und 23. April im Düsseldorfer Schauspielhaus — Premiere am 3. Mai bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen Düsseldorfer Premiere am 20. Mai — Produktion des Düsseldorfer Schauspielhauses in Koproduktion mit Unlimited Performing Arts und den Ruhrfestspielen Recklinghausen

Der Sandmann — Zeichnung des Bühnenbilds

Der Sandmann — Zeichnung des Bühnenbilds

E. T. A. Hoffmanns 1816 erschienene Erzählung »Der Sandmann« zählt zu den herausragenden Texten der Schwarzen Romantik. Das psychologisch fein gezeichnete Schauermärchen nimmt seinen Ausgang von einem frühkindlichen Trauma: Der kleine Nathanael wird Zeuge wie sein Vater, ein heimlicher Alchemist, bei einer Explosion tödlich verunglückt. Der Junge glaubt, das tragische Ereignis müsse mit dem Sandmann in Verbindung stehen, von dem die Mutter oft erzählt. Er streut Kindern, die nicht schlafen wollen, Sand in die Augen, bis diese ihnen blutig zum Kopf herausspringen. Im Sinne der »Schwarzen Pädagogik« dient die grausige Gutenachtgeschichte dazu, das Kind mittels Angst zu kontrollieren – mit unabsehbaren Folgen. In Nathanaels Geist verbindet sich die Phantasiegestalt des Sandmanns mit der Person des grobschlächtigen Advokaten Coppelius, der dem Vater bei seinen nächtlichen Experimenten assistiert. Als Nathanael Jahre später dem Schreckgespenst seiner Kindheit wiederbegegnet, verschwimmen die Grenzen von Traum und Wirklichkeit.

Der für seine originäre Theaterästhetik weltweit gefeierte Regisseur Robert Wilson wird den »Sandmann« am Düsseldorfer Schauspielhaus inszenieren. An seiner Seite: die britische Singer-Songwriterin Anna Calvi, die für dramatisch-morbiden Rock und poetische Texte steht. Im Zuge der Voraufführungen vom 20. bis 23. April möchten wir Sie, das Düsseldorfer Publikum, einladen, die Entstehung dieses internationalen Theaterabends mitzuerleben.

Der Sandmann — Bild: Annick Lavallée Benny

Der Sandmann — Bild: Annick Lavallée Benny

Auf die Premiere am 3. Mai bei unserem Partner Ruhrfestspiele Recklinghausen folgt die Düsseldorfer Premiere am 20. Mai im Schauspielhaus. Danach wird die Produktion im Repertoire des Düsseldorfer Schauspielhauses und auf Gastspielen im In- und Ausland zu sehen sein.

Am 9. April spricht Rüdiger Schaper (Der Tagesspiegel, Belin) um 17:00 im Foyer des Schauspielhauses mit dem Künstler Robert Wilson über sein Theater. Im Anschluss sind Sie herzlich zur Ausstellungseröffnung in der Galerie Till Breckner mit Arbeiten von Robert Wilson eingeladen.

Quelle: Düsseldorfer Schauspielhaus

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Ausstellung ROBERT WILSON. BLACK AND WHITE – WORKS ON PAPER AND VIDEO https://www.galerie-breckner.de/ausstellung-robert-wilson-galerie-breckner-duesseldorf/ Fri, 10 Mar 2017 15:14:59 +0000 http://www.galerie-breckner.de/?p=6486 In der Theaterwelt ist er mittlerweile eine Legende: der Regisseur, Autor, Bühnenbildner und Maler ROBERT WILSON. Seit über drei Jahrzehnten hat er international, vor allem aber auch in Deutschland, zahlreiche Inszenierungen in Oper und Schauspiel und Kunstprojekte auf die Bühne […]

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Robert Wilson, Gao Xingjian, 2004 / Music by Peter Cerone

Robert Wilson, Gao Xingjian, 2004 / Music by Peter Cerone

In der Theaterwelt ist er mittlerweile eine Legende: der Regisseur, Autor, Bühnenbildner und Maler ROBERT WILSON. Seit über drei Jahrzehnten hat er international, vor allem aber auch in Deutschland, zahlreiche Inszenierungen in Oper und Schauspiel und Kunstprojekte auf die Bühne gebracht und sich als Erfinder einer streng-stilisierten Theaterästhetik in die Kunstgeschichte eingeschrieben.

»Sein Schaffen trägt die Handschrift eines Meisters. Ich kenne kein anderes Werk von solcher Bandbreite und solch weitreichender Wirkung.«
(Susan Sontag, New York Times)

Aus seiner Inszenierungskunst heraus und unter Einfluss künstlerischer Impulse der 1960er Jahre – von der Performance bis zur Minimal Art –, entwickelte Robert Wilson auch sein innovatives Werk der bildenden Kunst. In seinen »Video Portraits« verbindet er ästhetische und geistige Räume, die in Form von Bild und Ton eine überraschend sinnliche Präsenz kreieren. Gleichzeitig verbildlicht er seine legendären Theaterinszenierungen in Kohlezeichnungen, die den flüchtigen, theatralischen Moment einfangen.

Robert Wilson, Isabelle Huppert, 2005 / Music by Michael Galasso

Robert Wilson, Isabelle Huppert, 2005 / Music by Michael Galasso

Jetzt ist der Ausnahmekünstler Robert Wilson in Düsseldorf zu Gast. Im Düsseldorfer Schauspielhaus am Gustaf-Gründgens-Platz inszeniert er E. T. A. Hoffmanns romantische Erzählung »Der Sandmann«. Die Voraufführungen sind dort am 20., 21., 22. und 23. April, die Düsseldorfer Premiere ist am 20. Mai, weitere Termine sind auf der Homepage des Düsseldorfer Schauspielhauses zu entnehmen.

Im Vorfeld der Premiere veranstaltet die Galerie Till Breckner in Kooperation mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus am Sonntag, 9. April um 17:00 Uhr im Foyer des Schauspielhaues am Gustaf-Gründgens-Platz, ein Gespräch mit Robert Wilson über sein Theater, Moderation Rüdiger Schaper (Der Tagesspiegel, Berlin). Im Anschluss findet die Vernissage ROBERT WILSON. BLACK AND WHITE – WORKS ON PAPER AND VIDEO ab 18:30 Uhr in der Galerie Breckner (Altestadt 7) und im Ratinger Tor 2 (Maximilian-Weyhe-Alle) statt.

Für die Vernissage und das Gespräch können Sie sich bis zum 5. April 2017 bei der Galerie Breckner anmelden.

Gespräch:
Robert Wilson und Rüdiger Schaper im Düsseldorfer Schauspielhaus
Sonntag, 9 April 2017 um 17 Uhr
Foyer des Düsseldorfer Schauspielhauses (Gustaf-Gründgens-Platz, 40211 Düsseldorf)

Ausstellung:
ROBERT WILSON. BLACK AND WHITE – WORKS ON PAPER AND VIDEO
10. April – 20. Mai 2017
Galerie Breckner (Altestadt 6, 40213 Düsseldorf)
Raintger Tor 2 (Maximilian-Weyhe-Alle, 40213 Düsseldorf)

Robert Wilson, Gao Xingjian, 2005 / Music by Peter Cerone © Robert Wilson Robert Wilson, Isabelle Huppert, 2005 / Music by Michael Galasso © Robert Wilson Robert Wilson, Doctor Faustus (Act I), 1989 © Robert Wilson Robert Wilson, Death Destruction + Detroit II (Act II Scene 15), 1986 © Robert Wilson Robert Wilson, Three Penny Opera 5, 2007 © Robert Wilson Robert Wilson, Die Frau ohne Schatten, 2002 © Robert Wilson

Der Beitrag Ausstellung ROBERT WILSON. BLACK AND WHITE – WORKS ON PAPER AND VIDEO erschien zuerst auf Kunstverlag Till Breckner - Günther Uecker, Heinz Mack, Otto Piene, ....

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