Toscanelli: Malerei Lexikon

Delacroix - Die Frauen von Algier in ihrem Gemach, 2014. Junior Toscanelli - Malerei Lexikon © Galerie Till Breckner - Foto Lucie Ella photography 2014

Delacroix – Die Frauen von Algier in ihrem Gemach, 2014. Junior Toscanelli – Malerei Lexikon © Galerie Till Breckner – Foto Lucie Ella photography 2014

Malerei, die aus sich selbst schöpft. Seit mehr als zwei Jahren arbeitet der Düsseldorfer Künstler Junior Toscanelli an seinem Projekt MALEREI LEXIKON. Ausgehend von den 4.200 Abbildungen im legendären Kindlers Malerei Lexikon, wertet Toscanelli die dort versammelte Kunstgeschichte neu, in seiner Handschrift verdichtet er die Malerei der Jahrhunderte intuitiv zu einem eigenen neuen Kosmos. Für ihren Betrachter gleichermaßen bekannt und überraschend. „Am Ende möchte ich eine neue Enzyklopädie vorliegen haben – sechs Bände Malerei ohne Angaben und ohne Text“, so der Künstler. Die Galerie Breckner präsentiert ab dem 21. Juni 2015 eine Auswahl der ersten ca. 1.000 Werke aus Junior Toscanellis MALEREI LEXIKON als ein großartiges Erlebnis für Augen und Verstand.

Junior Toscanelli, geboren 1971 in Siegburg, ist früh durch seine Ausstellungen im Düsseldorfer Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, im LehmbruckMuseum, Duisburg, im Bonner Kunstmuseum sowie zahlreichen anderen in- und ausländischen Museen und Galerien als einer der „malerischsten Maler“ seiner Generation bekannt geworden. Und er ist diesem Ruf bis heute gerecht geblieben. Er hat sich nicht in konzeptuelle Innovationen geflüchtet, sondern stets die universelle Sprache der Malerei „gepflegt“, sie für die Zukunft erhalten und zugleich aktualisiert.

Allori - Judith mit dem Kopf des Holofernes 2013. Junior Toscanelli - Malerei Lexikon © Galerie Till Breckner - Foto Lucie Ella photography 2014

Allori – Judith mit dem Kopf des Holofernes 2013. Junior Toscanelli – Malerei Lexikon © Galerie Till Breckner – Foto Lucie Ella photography 2014

Das Projekt MALEREI LEXIKON setzt diese Denkweise nun mit einer neuen, überzeugenden Werkgruppe fort. Das 1971, nach 15 Jahren Arbeit vollständig erschienene „Kindlers Malerei Lexikon“ ist auch heute noch das Standardwerk zur Malerei schlechthin. Insgesamt 4.200 Reproduktionen, davon 1.200 in Farbe, sind darin enthalten. Bilder aus allen Epochen, von der Prähistorischen Zeit mit ihrer Höhlenmalerei über die Antike und ihren Mumien- oder Vasenbildern bis zur Renaissance, dem Barock oder dem Impressionismus, der Abstraktion und der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

Junior Toscanelli nimmt sich dieses Bilderkanons an und malt ihn neu: malt sein eigenes MALEREI LEXIKON. Er malt seine Bilder im gleichen Format wie im Lexikon, gleich auch in der Position des Seitenlayouts bei Kindler, doch befreit vom Zwang des Komponierens, konzentriert auf die eigene Malweise, die eigene Malrhetorik, den eigenen Malduktus. So ist er den Geheimnissen vergangener Malerei durch seine eigene auf der Spur. Die Gültigkeit von Komposition und Bildaufbau respektierend, sucht der Künstler den Moment, da die Malerei sich verselbstständig. Junior Toscanellis Projekt macht deutlich, wie allgemeingültig die Sprache der Malerei ist – und wie unabhängig von Motiv und Funktion.

Beendet ist dieses „malerische Großunternehmen“ zwar erst, wenn alle 4.200 Bilder fertig sind. Doch der Künstler hat sein Projekt so angelegt, dass Zeitschnitte gemacht und ausgewählte Gruppen präsentiert werden können. So wird das Osthaus Museum in Hagen – das erste Institut in Deutschland, dass in den 1910er Jahren als „zeitgenössisches Museum“ Werke der heute klassische Moderne genannten europäischen Avantgarde ausgestellt und gesammelt hat – im kommenden Jahr eine Ausstellung mit einer weiteren Auswahl von einigen hundert bis dahin entstandenen Arbeiten realisieren.

Degas - Der Absinth 2014. Junior Toscanelli -  Malerei Lexikon © Galerie Till Breckner - Foto Lucie Ella photography 2014

Degas – Der Absinth 2014. Junior Toscanelli – Malerei Lexikon © Galerie Till Breckner – Foto Lucie Ella photography 2014

Die Galerie Breckner begleitet dieses Projekt. Denn es gibt nicht nur das Ziel, alle 4.200 Bilder insgesamt zu versammeln, sondern ebenso Varianten der jeweiligen Motive dem Publikum vorzustellen. Der Starttermin der Zusammenarbeit mit dem Künstler ist der 21. Juni 2015. Dann werden die ersten ca. 500 Bilder aus dem Projekt MALEREI LEXIKON von Junior Toscanelli in den Räumen der Galerie zu sehen sein.

 

Interviewanfragen sowie alle Rückfragen richten Sie bitte an Leonie Runte (Projektleitung) oder Stefan Skowron (Presse), zu erreichen unter Telefon 0211 – 54 22 13 10 oder Mail runte@galerie-breckner.de bzw. skowron@galerie-breckner.de.

TOSCANELLI – MALEREI LEXIKON, zu sehen ab dem 21. Juni 2015, 14 Uhr, in der Galerie Breckner, Düsseldorf, Altestadt 7. Eröffnung durch Dr. Tayfun Belgin, Direktor des Osthaus Museum Hagen. Der Eintritt ist frei. Es erscheint ein Katalog.

 

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