RP Online: Streifzug durch das Zero-Haus

Düsseldorf. Viele Besucher besichtigten am Sonntag den bekannten Kunst-Ort, der bald saniert werden soll. 

© RP Online 2017. FOTO: Andreas Bretz

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An der Hüttenstraße, zwischen Helmholtzstraße und Oberbilker Allee, steht in einem Hinterhof ein Gebäude. Es ist kühl und schmucklos, kunsthistorisch gesehen aber ist das Haus eine Pracht. Auf den vier Etagen arbeiteten ab den späten 1950er Jahren einige Künstler, die es durch ihre Werke zu Weltruhm brachten. Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker ließen ihrer Kreativität freien Raum und gründeten die Gruppe „Zero“. Mit dieser Kunst suchten die Künstler einen von der Vergangenheit unbelasteten Neuanfang – eine „Stunde Null“ eben.

Das Haus ist bald ein zugänglicher, wichtiger und moderner Ort für Kunst, so lautet der Plan von Mattijs Visser, Gründungsdirektor der Zero-Stiftung, die das Haus als Ort für Forschung, Kunst und Präsentation ausbauen möchte. Gute 600.000 Euro sind für die Sanierung des Hauses nötig. „Etwa 500.000 Euro haben wir in den vergangenen zwei Jahren durch Spenden erhalten. Die restlichen 100.000 Euro haben wir wohl an diesem Wochenende zusammenbekommen“, sagt Visser. Vor allem durch ein Gala-Dinner am Samstag ist viel Geld geflossen. Daran nahmen 72 Gäste teil, die jeweils 1000 Euro (oder freiwillig auch mehr) bezahlt haben. Oberbürgermeister Thomas Geisel und Ehefrau Vera waren anwesend, ebenso Künstler Mischa Kuball und Theater-Regisseur Robert Wilson. Künstler Heinz Mack besuchte seine einstige Wirkungsstätte auch und erfreute die zahlenden Gäste sogar mit einem Klavierspiel.

© RP Online 2017. FOTO: Andreas Bretz

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Am Sonntag öffnete das Zero-Haus für einen „Tag der offenen Tür“. Das Interesse war groß. Viele Interessenten waren gekommen, um sich gegen eine 20-Euro-Spende die vier Etagen anzusehen. „Wir möchten das Haus in seinem Urzustand sehen, bevor das Gebäude saniert wird“, sagt Wolfgang Gramberg, der aus Hamburg angereist war. Er und seine Frau Ursula freuten sich, bei einem Streifzug durch das Haus einen rudimentären Eindruck des Lebens der dort ehemals arbeitenden Künstler zu bekommen. Im Erdgeschoss zum Beispiel informierte eine Zeitleiste auf der Wand über markante Daten der Zero-Kunst und seine Erschaffer.

Im ersten Geschoss symbolisierte eine große Flatterplane die experimentellen Lichtreliefs und Licht-Installationen von Heinz Mack. Bei den Grambergs und den anderen Besuchern stieß das zweite OG auf das größte Interesse. Nahezu unangetastet waren Teile von Otto Pienes Arbeitsplatz zu sehen. So etwa der große Tisch, an dem Piene seine Bilder mit Ruß und Feuer schuf. Auf Rahmen gezogen standen an der Mauer einige Bilder mit zum Teil großen Brandlöchern. Im Obergeschoss hatte die Zero-Stiftung zahlreiche Original-Kunstwerke platziert und sie mit Preisen versehen. In einer stillen Auktion konnte jeder Besucher noch ein Gebot geben.

Noch im Mai soll die Sanierung am Haus beginnen. „Alles wird entkernt, dann alles neu“, sagt Mattijs Visser. Der Tag der Wiedereröffnung steht schon fest. Am 18. Oktober 2018 soll das Haus mit einer prächtigen Feier eröffnet werden.

Quelle: RP

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