Premiere: Markus Lüpertz – Sternzeichen

Premiere am 11. September 2018, 18:00 Uhr
Markus Lüpertz – Sternzeichen
Gesellschaftshaus Palmengarten, Frankfurt am Main

Markus Lüpertz, Sternzeichen (Schütze), 2018, Bronze | Foto: Jack Kulcke

Der Mensch zieht aus den Beobachtungen des Firmaments schon seit Jahrtausenden Schlüsse über die Bewegungen und Eigenschaften der Objekte im Universum. In diesem Jahr widmet sich der Künstler Markus Lüpertz den zwölf Sternzeichen und bezieht sich damit ganz bewusst auf die Weissagungen, die man seit jeher in den Geburtskonstellationen der Sterne in einem der zwölf Abschnitte des Jahres sucht. Die Mythen der zwölf Götter im Olymp erzählt Markus Lüpertz in seinen Werken schon seit vielen Jahren neu und so belebt er auch die Schicksalsweisungen der Zeichen im Tierkreis mit Bedacht.

Noch heute lockt der Blick in die Unendlichkeit des Sternhimmels eine Glaubensfrage hervor, die, solange die Erinnerung reicht, nur in einen Zwiespalt über den eigenen Bezug zum Absoluten führt: Wie kann man ein Teil des Ganzen sein, wenn man ihm doch immer so fern bleibt? In der Konfrontation mit dem Übermächtigen erkennt der Mensch sein vermeintliches Unvermögen. Eine erschütternde Erfahrung, die aber nicht zwangsläufig etwas Vernichtendes sein muss – sie kann auch zur Tugend werden. So beispielsweise bei Immanuel Kant, der in der Ohnmacht angesichts einer überwältigenden Größe den Ursprung der Selbsterhebung sieht. Denn die Rettung aus der Not liegt in der eigenen Kraft, sich die Unendlichkeit und all Ihre Geheimnisse vorzustellen. Und an diesem Punkt steht der Mensch, das moralisch-geistige Wesen, dem Unfassbaren aus innerer Größe entgegen und genießt das Erhabene. So zumindest die Theorie, wie der Philosoph sie 1790 in seiner berühmten „Kritik der Urteilskraft“ formuliert. Das Geheimnisvolle dieses Gedankenspiels ist aber nicht nur bezeichnend für die westliche Philosophie und Kulturgeschichte. Es beschreibt genau das, wofür auch Markus Lüpertz steht, mit den Mythen und Mysterien, die er verhandelt und die ihn zugleich umgeben.

Weitere Informationen zu den Skulpturen finden Sie ab dem 10. September hier

 

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