Kunstwerk: Markus Lüpertz Skulptur „Hölderlin“

Markus Lüpertz – Hölderlin – 2012

Kleine Skulptur

Bronze, handbemalt
Format (H x B x T): 45,5 x 18 x 21 cm
Auflage: 45 Exemplare

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Markus Lüpertz über die Skulptur „Hölderlin“

„Es ist kein Bild der Person, ich bin kein gegenständlicher Künstler“, sagt der Künstler Prof. Markus Lüpertz über seine Plastik Der Morgen oder Hölderlin. Er habe viel mehr den Genius des Dichters zeigen wollen, mithin die Abstraktion der Persönlichkeit, seines Schicksals, seiner Bestimmung. „Was mich an Hölderlin interessiert ist sein Leben, seine Situation als Außenseiter. Ich wollte den Triumpf des Individualismus‘ zeigen, was mir wichtig scheint gerade heute, in einer Zeit, da der Anti-Individualismus, die Konformität regiert“.

Körperbetont, mit kräftigen Arm- und Beinmuskeln steht die Figur vor dem Betrachter. Die Haltung wirkt hingegen eigentümlich unentschieden, zwischen „in die Knie gehen und aufsteigen“, so der Künstler, „in jedem Falle ist es ein entgegenstemmen“. Zugleich ist da etwas Verletztes, auch Kindliches in der Figur. „Seine Zeit hat ihn verletzt“, sagt Lüpertz, „sie hat ihn nicht oder doch kaum wirklich verstanden“. Lüpertz hat seinem Hölderlin eine Teufelsmarke in die linke Hand gelegt aus der zwei Stifte wie Nadeln ragen: „Voodoo, die Maske des Teufels, das ist das Zeichen für Verletzung, das ist die Wunde des Geistes, der Wahnsinn“.

Unter einer skeptischen Stirn geht der Blick aus zwei offenen, fast verträumten Augen über alles und alle hinweg in eine andere Sphäre. In einem Gespräch mit Philosophen Heinrich Heil sagte Lüpertz über sein Kunstwollen, er male „das Werden, nicht das Sein“. Die Aussage wie der Blick passen zum letzten Satz im Hyperion, dem wohl bekanntesten Hölderlin-Werk: „Nächstens mehr“.

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