Karl Otto Götz (1914 – 2017)

© Foto:Daniel Biskup

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Er galt als einer der wichtigsten Künstler der Gegenwart, als Hauptvertreter des „Informel“ und als Pionier der abstrakten Kunst der Nachtkriegszeit: Am Wochenende ist Karl Otto Götz im Alter von 103 Jahren verstorben. In Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit, und nicht nur für die künstlerischen sondern auch menschlichen Begegnungen, bleiben wir zurück in großer Trauer und sind in Gedanken bei Rissa und den Angehörigen. Uns war es zwar erst in den letzten vier Jahren vergönnt den Künstler  zu begleiten, doch war es überaus beeindruckend zu erleben, wie lebensfroh Karl Otto Götz war und mit welch wachem Verstand er noch bis zuletzt seine Erinnerungen mitteilte und auch am Tagesgeschehen teilnahm. Höchsten Respekt haben wir vor seiner Frau Rissa, die ihn mit großer Fürsorge pflegte. Wir werden die sonntäglichen Mittage mit Himbeerkuchen und Kaffee mit beiden vermissen.

Der „Maler mit dem Rakel“ wurde am 22. Februar 1914 in Aachen geboren und entdeckte schon in der Volksschule seine Liebe zur Kunst. Mit 18 begann er ein Studium an der Kunstgewerbeschule in Aachen. Götz experimentierte mit neuen Maltechniken und erhält 1935 von den Nazis Mal- und Ausstellungsverbot. Nach dem Krieg widmete er sich wieder der Kunst, entwickelte 1952 seine berühmte Rakel-Technik. Götz stellte auf der Documenta in Kassel und der Biennale in Venedig aus, wird später zum bedeutendsten Kunstprofessor der Nachkriegszeit. Zu seinen Schülern gehörten Gerhard Richter und Sigmar Polke, die als Maler später zu Weltruhm kamen.

Karl Otto Götz hat in den späteren Jahren weit über die informelle Malerei hinaus ein eigenständiges einprägsames Werk von seltener Dichte geschaffen. 2014 widmete die Berliner Neue Nationalgalerie dem Künstler eine große Retrospektive zu seinem 100. Geburtstag. Über 30 Ausstellungen im In- und Ausland werden pro Jahr mit seinen abstrakten Kunstwerken gefüllt. In den letzten Jahren lebte Götz mit der Künstlerin Rissa zurückgezogen in dem kleinen Ort Niederbreitbach-Wolfenacker im Westerwald. Leider hatte der Künstler vor langer Zeit sein Augenlicht verloren, doch dank der bedingungslosen Hilfe und Unterstützung von Rissa konnte er trotzdem weitermalen.  Wir gedenken an einen der größten Nachkriegsmaler unserer Zeit, dessen kraftvollen, abstrakten Werke uns auch noch weit in die Zukunft begleiten werden.

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