Ausstellung: Wolfgang Petrick „turbulence“

Wolfgang Petrick – turbulence

– 17.02 bis 07.04.2013 –

Galerie der Stadt Sindelfingen

www.galerie-sindelfingen.de

In seinem Oeuvre nimmt Wolfgang Petrick von Anfang an den Menschen in all seinen Facetten, von dessen Sehnsüchten und Hoffnungen bis hin zum Verfall, zum Thema. Dieser Mensch ist Teil einer Gesellschaft in einem Umfeld, das sich aus Petrick’s Sicht gerade heute in extremen Verwerfungen zeigt. Und so sind folgerichtig „die Städte, Gebäude, Alltagsgegenstände und mythenhaften Gestalten in seinen Malereien [und anderen Werken] … zentrifugalen, alles zerreißenden Kräften ausgesetzt“ (Harald Falckenberg).

In der Verdichtung und damit einhergehenden Verfremdung seiner Motive wie im Ausstellungstitel selbst – turbulence – reflektiert und kommentiert Petrick auf mitunter drastische Weise diese gesellschaftliche Wirklichkeit in großformatigen Gemälden, Zeichnungen, Objekten und in Installationen, in denen der Künstler Alltagsgegenstände – Schaufenster- oder Kinderpuppen, Schutzhelme, Menschenhaare, Glas, Draht, exotische Masken oder Tierpräparate auf die ihm eigene markante Weise kombiniert. Ein Paradebeispiel dafür ist die titelgebende Installation turbulence, die mit ihren sechs Metern Höhe das inhaltliche Zentrum der Ausstellung bildet. Bei den Installationen geht es ihm darum, „dem Ausstellungsbesucher einen Zustand von Veränderung und Deformation vor Augen zu führen“, so Petrick.

Dennoch will sich der Künstler nicht auf das rein Kritische in seinem Werk reduzieren lassen. Und so haben seine Werke bei genauer Betrachtung auch jene poetischen Momente in den in ihnen zu findenden rätselhaften Dingen, „die die Erinnerung an etwas bewahren, das einmal eine Bedeutung für die Menschen hatte, im positiven oder negativen Sinne. Ich würde mir wünschen, dass manche meiner Installationen die geheimnisvoll-anrührende Aura verströmt, die historische oder archäologische Fundstücke umgibt“, sagt der Künstler.

Wolfgang Petrick, 1939 in Berlin geboren, studierte von 1958 bis 1965 an der Hochschule der Künste in Berlin und lehrte von 1975 bis 2007 als Professor an derselben. Er zählte in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts zu den Pionieren des sogenannten „Kritischen Realismus“. Zusammen mit Karl Horst Hödicke, Markus Lüpertz, Peter Sorge und anderen gründete er 1964 in Berlin die Ausstellungs-gemeinschaft „Großgörschen 35“, die erste Selbsthilfegalerie (Produzentengalerie im heutigen Sinne) Deutschlands. 1969 erhielt er den Preis der Malerei der Stadt Wolfsburg, 1972 die Goldmedaille der 3. Biennale Internazionale della Grafica Florenz und 1981 den Deutschen Kritikerpreis. Seine Arbeiten wurden weltweit in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert, u.a. 1976 auf der documenta 6 und 1991 auf der Biennale Venedig.

Wolfgang Petrick lebt und arbeitet in Berlin und New York.

Quelle: Galerie der Stadt Sindelfingen – www.galerie-sindelfingen.de

 

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