Ausstellung: Max Klinger / Markus Lüpertz. Zeitgenössische Kunst

Markus Lüpertz, HŌRA, 2016, Privatbesitz © VG Bild-Kunst Bonn, 2016

Vom 28. Januar 2017 an trifft Markus Lüpertz im Leipziger Museum der bildenden Künste auf Max Klinger. Tatsächlich ist diese Ausstellung als künstlerische Installation konzipiert. Markus Lüpertz (*1941) wird mit rund 30 Skulpturen, 20 Gemälden und Bild-Zyklen sowie 50 Zeichnungen in den gläsernen Kubus des Museums einziehen und auf zwei Etagen, vor allem in der zentralen Halle im ersten Geschoss, in einen Dialog mit dem in der Dauerausstellung präsenten Werk von Max Klinger (1857–1920) treten. Darüber hinaus wird eine Auswahl von Zeichnungen beider Künstler in einer Kabinettausstellung zu sehen sein.

Das Museum der bildenden Künste Leipzig betreut eine große Sammlung von Gemälden, Skulpturen, Grafiken sowie den Originalgipsen Klingers, gleichsam die plastischen Entwürfe für seine großen Skulpturen aus Marmor und Bronze. Die Graphische Sammlung verfügt über die weltweit größte Sammlung an Zeichnungen Max Klingers. Markus Lüpertz wiederum ist ein großer Verehrer von Klinger. 1970 erhielt er das 1905 von Max Klinger initiierte Villa Romana-Stipendium in Florenz, den ältesten deutschen Kunstpreis.

Max Klinger, Galatea, 1906 © Museum der bildenden Künste Leipzig

Klinger wie auch Lüpertz sind als Maler und Bildhauer bekannt. Max Klinger hat mit der farbigen, polychromen Skulptur experimentiert und neue ästhetische Wege beschritten. Er kombinierte unterschiedliche Materialien zu komplexen Skulpturen wie dem „Beethoven“ (1902) und Monumentalgemälden wie „Christus im Olymp“ (1897), die in keine kunsthistorische Schublade passen. Es sind Mischwesen aus Malerei und Skulptur, die man als künstlerische Installationen bezeichnen könnte. Klinger hing der Vorstellung vom „Gesamtkunstwerk“ an, das alle Sinne erfasst. Ein ähnlich freies und zugleich absolutes Denken zeigt sich in den farbigen Skulpturen von Markus Lüpertz. Er schert sich noch viel weniger um traditionelle Vorstellungen von Skulptur, sondern modelliert, bearbeitet und bemalt die Figuren in zum Teil irritierender Handschrift. Zuletzt hatte seine im Dezember 2015 vor dem Eingang des Museums der bildenden Künste aufgestellte Bronzeskulptur „Beethoven“ für reichlich Wiederspruch und Diskussionen gesorgt.

Max Klinger, Neue Träume vom Glück, 1887, © Museum der bildenden Künste Leipzig

Wie Klinger sucht auch Lüpertz für seine weit ausholenden Bildgedanken eine Expression jenseits der engen Gattungsgrenzen von Malerei und Skulptur. Die Skulpturen von Lüpertz verletzen Tabus und klassisches Schönheitsempfinden. Aber gerade hierdurch konfrontieren sie uns, wie Durs Grünbein bemerkt hat, mit einer „tief sitzenden Triebhemmung […], die regelmäßig durchbricht bei den als grotesk und häßlich empfundenen, allzu menschlichen Formen. […] Die Figuren des Markus Lüpertz strahlen eine so drollige Hoheit und Heiterkeit aus […], weil sie um all das Niedrige und Kleinmenschliche wissen.“

Im Frühjahr 2017 erscheint ein umfangreicher Katalog zur Ausstellung mit Beiträgen von Ulf Jensen, James Lawrence, Jan Nicolaisen und Hans-Werner Schmidt (dt./engl.), zahlreichen Farb- und s/w-Abbildungen, hrsg. von Hans-Werner Schmidt und Jan Nicolaisen im Verlag Walther König, Köln.

 

 

Max Klinger / Markus Lüpertz. Zeitgenössische Kunst

28. Januar bis 24. September 2017

Museum der bildenden Künste Leipzig

Katharinenstraße 10

04109 Leipzig

www.mdbk.de

Vernissage am Freitag, 27. Januar 2017, 18 Uhr.

Öffnungszeiten: Di 10–18 Uhr; Mi 12–20 Uhr, Do–So 10–18 Uhr, Mo geschlossen

 

Galerie.

Verlag.

Ausstellungen.

Kunstverlag Galerie Till Breckner – Editionen. Ausstellungen. Projekte. © 2017 Alle Rechte vorbehalten

Impressum & Disclaimer