Ausstellung: Markus Lüpertz – Neue Bilder

Markus Lüpertz, Träumer, 2014, Mischtechnik auf Leinwand, 200 x 162 cm ©Markus Lüpertz, Foto: Jörg von Bruchhausen, Berlin

Markus Lüpertz, Träumer, 2014, Mischtechnik auf Leinwand, 200 x 162 cm ©Markus Lüpertz, Foto: Jörg von Bruchhausen, Berlin

Die am 24. Januar 2015 eröffnete Präsentation „NEUE BILDER“ in der Galerie VeneKlasen/Werner ist die erste Galerieausstellung von Markus Lüpertz in Berlin seit mehr als fünf Jahren.

Auf Lüpertz‘ Wertschätzung des Klassizismus und sein beständiges Interesse an dem Verhältnis von Abstraktion und Figuration liegt der Fokus der gezeigten Werke. Der Künstler wählt die klassische Vision von Arkadien als Kulisse für seine großformatigen Arbeiten, deren Titel seine Faszination für Sagen und Figuren der griechischen Mythologie widerspiegeln. Bewusst bricht er mit der klassischen Darstellungsweise, indem er Körper fragmentiert oder der Ikonographie zuwiderlaufende Elemente ins Sujet integriert, etwa Tierschädel und Stahlhelme – wiederkehrende Motive aus dem langjährigen Œuvre des Künstlers.

Seinen Drang zum Malen beschreibt Markus Lüpertz selbst als einen „Defekt“, wie die Perle in der Auster. Die Perle, ein seltenes, unvorhersehbares und scheinbar nutzloses Zufallsprodukt, das den Menschen durch Reinheit und Schönheit fasziniert, entpuppt sich als Mechanismus, der das organische Gebilde vor Eindringlingen schützt und ihr Überleben sichert. Die Malerei erweist sich folglich als lebensnotwendig, doch nicht allein für den Künstler. Denn Lüpertz betont immer wieder die gesellschaftliche Relevanz der Malerei, die aus seiner Sicht einen wesentlichen Teil der Kultur darstellt, wie „die Luft zum Atmen“. Den Entwicklungsstand der Kultur knüpft Lüpertz schließlich an die Entwicklung der Malerei. Diese Interdependenz führt unmittelbar zu des Künstlers Leitfaden: „Kultur ist alles“. Mit der Malerei reflektiert und definiert Lüpertz seine Umwelt. Sie bildet das Medium, auf dem sich des Künstlers Vokabular entfaltet, das die Welt nicht allein konsumierbar sondern wahrnehmbar mache.

Es erscheint ein Katalog mit einem Text von Eric Darragon. Die Ausstellung in Berlin ist sicher ein wirklich ansehenswerter Vorgeschmack auf Markus Lüpertz‘ große Retrospektive im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, die im April eröffnet werden wird.

 

MARKUS LÜPERTZ – NEUE BILDER

Bis zum 14. März 2015

VW (VeneKlasen/Werner)
Rudi-Dutschke-Straße 26
10969 Berlin
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 11.00 – 18.00 Uhr

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