Ausstellung: Markus Lüpertz „Mythologisches“

Markus Lüpertz – Mythologisches

– 10.08. bis 11.11.2012 –

Museum im Kleihues-Bau
Kornwestheim

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70806 Kornwestheim

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Paris und Aphrodite, Centaurus und Herkules, Athene und Merkur, Daphne, Parsifal, Clitumnus/Clitunno – diese Titel im zeichnerischen wie bildhauerischen Schaffen von Markus Lüpertz zitieren Göttinnen und Götter, Heroen und Dämonen antiker wie christlicher Mythologie. Damit steht der Künstler in einer wirkmächtigen ikonographischen Tradition mit Höhepunkten im Zeitalter der Renaissance und vor allem im Klassizismus.

Im Streben nach antikischer Idealisierung der mythologischen Gestalten verstand sich vor allem die Kunst des Klassizismus als Vermittlerin hehrer Bildungsinhalte, welche das Wissen um die Welt der Antike seit deren Neubewertung und Kanonisierung durch Johann Joachim Winkelmann um die Mitte des 18. Jahrhunderts in den Mittelpunkt stellen.

Lüpertz, der sein künstlerisches Denken theoretisch deutlich formuliert hat, sieht den selektiven wie selbstreflexiven Rückgriff auf das künstlerisch so oft vorformulierte Motivrepertoire des Klassizismus als ein sinnstiftendes Lesen der Vergangenheit (2009). In der Konfrontation mit dem Mythos, dem aus Zeit und Raum herausgehobenen Beispielhaften menschlicher Lebensäußerungen, zielt der Künstler jedoch ab auf „Typenübertragung“ in palimpsestartiger Übereinanderschiebung des Modellhaft-Formelhaften mit dem aus alltäglicher Befindlichkeit spontan sich im Gestus des künstlerischen Erfindergeistes („Esprit“) Gestalteten.

Markus Lüpertz Figuren provozieren durch ihre subjektive Mythologie. In ihrer Gestaltung ist das glatte, klassische Normativ, welches zuallererst dem Abbild huldigt und dem die mythische Transzendenz abgeht, aufgebrochen. Lüpertz Göttinnen und Heroen sind dem gegenüber zuallererst Ausdrucksträger von Gefühl und künstlerischer Kraft – kontemplativer wie dithyrambischer Gefühlmomente –, ganz im Sinne jener „suggestiven Kunst“, wie sie einst Baudelaire für das Werk eines Delacroix formulierte.

Das Museum im Kleihues-Bau will mit dieser thematischen Auswahl aus Lüpertz Werk – über Zeichnungen, Skizzen, Druckgraphik und Bozzetti – dem Besucher Einblicke gewähren in das Schaffen und die Positionen einer angesehenen Künstlerpersönlichkeit, welche sich der mythischen Sujets bedient, um die Kunst selbst als Medium geschichtlicher Traditionen mit Hilfe von Ironie, Komik und Provokation zur Diskussion zu stellen. Dass ihm solches immer wieder gelingt, hat sich nicht zuletzt am Beispiel der Standortbestimmung seiner Brunnen-Aphrodite in Augsburg gezeigt.

Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag von 11:00 – 18:00 Uhr

Die Ausstellungseröffnung findet am Freitag, 10. August 2012 um 19:30 Uhr im Museum im Kleihues-Bau statt.

Am 12. Oktober wird Markus Lüpertz anwesend sein.

Die Ausstellung wird bis einschließlich 11. November 2012 verlängert.

Quelle: Stadt Kornwestheim

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