50 Jahre Mondlandung. Paul Van Hoeydonck. Man in Space. Über den Künstler

Der belgische ZERO-Künstler Paul Van Hoeydonck (*1925 in Antwerpen) widmet sein gesamtes kreatives Schaffen der Faszination für das Universum. Den Schwerpunkt seiner Arbeit bilden Themen der Raumfahrt mit allen Bereichen, die sie erforscht. Planeten, Astronauten, Satelliten und Cyborgs bilden die Basis seiner Zukunftsvisionen, die utopische, manchmal dystopische Charakterzüge tragen.

Paul Van Hoeydonck, 2017, mit dem Entwurfsmodell seines Mond-Kunstwerkes aus dem Jahr 1969 © Danny Van Hoecke

Als Autodidakt erarbeitet sich Paul Van Hoeydonck jenseits der prägenden Kunstrichtungen der 1950er und 1960er Jahre eine einzigartige Stellung in der Kunst. Als Mitbegründer der belgischen Avantgardegruppe G58-Hessenhuis und Mitveranstalter der berühmten Ausstellung Vision in Motion – Motion in Vision 1959 in Antwerpen, pflegt er gute Beziehungen zum internationalen Netzwerk der ZERO-Künstler. Seine ersten großen Erfolge feiert Paul Van Hoeydonck mit seiner kybernetisch geprägten Kunst, die mit Werkreihen wie den Cities of the Future (1960) oder Planeten (1961) fortan den thematischen Rahmen seines gesamten Oeuvres bildet.

In Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und Gegenwart, veranschaulicht Paul Van Hoeydonck vor allem skulptural, wie er sich das zukünftige Leben vorstellt. Phantastisch verfremdete Puppen und Alltagsgegenstände sind ihm dabei Requisit zur symbolhaften Verschmelzung menschlicher Evolution und Technik. Als die NASA 1969 auf seine Werke aufmerksam wird, gelingt dem Künstler ein Schritt, von dem Millionen Menschen nur träumen: die Reise zum Mond, zumindest stellvertretend. Denn mit der Apollo 15 bringt er 1971 eine kleine Skulptur aus Aluminium zu dem weißen Erdtrabanten.

Mit seiner Kunst ist Paul Van Hoeydonck seinen Zeitgenossen immer einen Schritt voraus. Vor vielen anderen entlarvte er die Themen, die den Menschen von heute auf die Suche nach einer neuen Lebensgrundlage im All führen. Schon 1972 erklärt er verheißungsvoll: „to open the way to the stars is the most important mission of men in this century.“[1] In Zeiten der erneuten Mondlandung mit der chinesischen Chang’e 4 und der Entdeckung von Ultima Thule am Rande unseres Sonnensystems erscheint Van Hoeydonck’s Weltraumkunst aktueller denn je.

 

[1] vgl. Willy van den Bussche, Paul Van Hoeydonck. Retrospectief. Retrospective, Ausst.-Kat. P.M.M.K., Ostend 1995, S. 5.

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